Auf Wiedersehen „Aufwiedersehn“?

© Barbara Schieche
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Barbara Schieche, PR-Fachfrau und Kommunikationsberaterin für zielgruppengerechte, anwenderfreundliche und suchmaschinenoptimierte Internetauftritte, schreibt in einem Gastbeitrag über eine Verabschiedungsfloskel, die ihr beim Friseur, am Telefon und im Supermarkt begegnet und wenig kundenorientiert ist.

Es kann kein Zufall sein. Vielmehr glaube ich, dass sich alle Einzelhändler und Dienstleister regelmäßig absprechen. Es gibt also bestimmt irgendwo (geheime) Treffen, wo Beschlüsse in punkto Umgang mit dem Kunden gefasst werden, die dann allgemein verbindlich sind. Kein Kunde bekommt die neuen Serviceregeln je zu Gesicht, aber zu sprüren. Und so höre ich „es“ jetzt jeden Tag. Ja, inzwischen führe ich heimlich Strichlisten. Gestern war „es“ viermal, letzte Woche lag der Spitzenwert bei neun, denn auch am Telefon wird „es“ jetzt gesagt.

Sie fragen: „Ja, was denn?“ – na, das

„Schönentagnoch“!

„Aufwiedersehn“ und „Aufwiederhörn“ – abgeschafft! Einfach weg. Stattdessen überall „Schönentagnoch“.

Ich kaufe Briefmarken am Postschalter: „Schönentagnoch“. Ich gehe auf dem Weg ins Büro zur Hofpfisterei Brot kaufen: Schönentagnoch“. Mittags bei Tengelmann: „Schönentagnoch“. Am Nachmittag Anruf beim Friseur: „Schönentagnoch“.

Das „Schönentagnoch“ greift um sich. Auch Kunden und Geschäftspartner sagen zum Abschied bereits „Schönentagnoch“.

Ich frage mich: Warum „Schönentagnoch“? Bei „Aufwiedersehn“ bringe ich doch zum Ausdruck, dass ich den Menschen (ja, der Kunde ist ja auch ein Mensch) gern wiedersehen möchte. Mit „Schönentagnoch“ stelle ich jedoch keine Verbindung (Kundenbindung) her.

Deswegen bitte nicht: Auf Wiedersehen „Aufwiedersehn“, sondern Aufnimmerwiederhören „Schönentagnoch“!

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