Gunther von Hagens im Imbiss

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Der gemeine Imbiss ist nicht unbedingt bekannt für Hochglanz-Dekoration und durchdesigntes Enterieur. Muss er auch gar nicht, der Charme des Gelsenkirchener Barocks gehört zum Imbiss wie rot-weiß zu Pommes. Die Hygiene im Laden allerdings kennt keine Mode und lässt sich anhand einiger Indizien auch für den ungeübten Gast einschätzen. Nach der Methode Gunther von Hagens plastinierte Hot-Dogs sind ein eher schlechtes Indiz.

Plastination ist ein Verfahren, bei dem die Flüssigkeit der Körperzellen durch Kunststoff ersetzt wird. So enstehen Präparate, die vor allem durch die Ausstellung „Körperwelten“ von Gunter von Hagens berühmt geworden sind. Frühe Werke von „Dr. Tod“, wie die Boulevardpresse ihn gerne nennt, sind nun sensationell in einem Imbiss nahe Hamburg aufgetaucht. Sowohl ein Hot-Dog, als auch ein Hamburger und zwei Eissorten zieren lieblos drapiert die Verkaufstheke. Der Eintritt zu dieser Ausstellung ist grundsätzlich frei, allerdings erwartet die stämmige Galleristin hinter der Theke den Verzehr von mindestens einer Currywurst während des Aufenthalts.

Ganz im Ernst – welchen Eindruck erhält man von einer solchen Deko – zwischen (hoffentlich) frischen Fleischwaren und Salaten, von der Sonne ausgeblichen und leicht angestaubt? Wenn schon die Auslage, Visitenkarte eines jeden Imbiss‘, so stiefmütterlich behandelt wird, wie wird dann wohl die nicht einsehbare Küche aussehen? Wenn man sich heute als Dienstleister, egal aus welcher Branche, von der Konkurrenz abheben möchte, reicht es oft, ein Herz für die Kleinigkeiten zu entwickeln. So entgeht man dem schleichenden Alltagstrott, der eigentlich wichtige Dinge wie die Außenwirkung, hier speziell der hygienischen Zustände, sukzessive in unwichtige Details verwandelt.

Details sind in einer Kundenbeziehung nie unwichtig – ganz im Gegenteil: Details machen den Unterschied.

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