Wagen voll – Tüten alle

© Torben* / flickr.com

Neues vom Discounter Plus soon known as Netto. Im Zuge der Umstellung auf das CI von Netto scheinen die Siebdruckplatten für die neuen Einkaufstüten noch nicht ausgehärtet zu sein. Dumm nur, wenn man das erst hinter der Kasse erfährt.

Das ist schon praktisch – auf dem Nachhauseweg zwischen zwei U-Bahnstationen noch schnell die nötigsten Dinge einkaufen, Plastiktüte für ein paar Cent mitnehmen und sich schon beim Bezahlen auf die fies einschneidenden Tragegriffe freuen (es musste ja auch unbedingt der 5-Kilo-Sack Kartoffeln sein). Und um etwaiger Umweltkritik vorzubeugen: böses Plastik, böse! Ich weiß, deshalb nutze ich die Dinger auch immer noch als Müllbeutel.

Am Förderband hatte ich mich noch kurz gewundert, dass tatsächlich alle Tüten ausverkauft sind. Aber wer versteht schon die Konsumgewohnheiten des Durchschnittsdeutschen (“Schatz, ich hab uns 250 Tüten mitgebracht!”). Bereits die ersten gescannten Artikel einpackend, verlangte ich noch nach zwei Tragetaschen, die nach meiner Vorstellung irgendwo hinter der Kassiererin nachfüllbereit liegen müssten. Die gäbe es zur Zeit aufgrund der Umstellung auf Netto und so weiter aber leider nicht, war die für mich verblüffende Antwort. Ich könnte mir gern einen Karton nehmen, den ich mir nur leider erst im Laden suchen müsste. Und der für meinen Einkauf eine Größe hätte haben müssen, die wenig transportabel gewesen wäre.

Ich weiß, in den meisten Fällen können die Angestellten solcher Ketten für derartige Missstände nichts. Aber sie könnten Maßnahmen ergreifen, die dieses Serviceloch für Kunden erträglicher macht, wie beispielsweise ein Hinweis am Eingang. Oder schon gesammelte und bereitgestellte Kartons, die für den kleinen Einkauf manchmal ausreichen. Aber wer indentifiziert sich heute noch mit seinem Arbeitgeber, gerade im Niedriglohnsektor? Wir Kunden haben uns an den schlechten Kundenservice und die fehlende Motivation der Mitarbeiter beim Discounter gewöhnt. Und daran wiederum haben sich die Discounter gewöhnt. Kundenbindung geht anders.

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